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Gemeindepflanzung warum?

C. Peter Wagner, einer der bekanntesten Gemeindewachstumsstrategen hat schon vor Jahrzehnten festgestellt, dass Gemeindegründung die effektivste Evangelisationsmethode ist.

Der Vorwurf, dass man mit Gemeindegründung ja nur Transferwachstum erzeugt, trifft in besonderem Masse auf traditionelle Gemeinden zu. Untersuchungen zeigen z.B., dass Menschen z. B. gerne in eine nach Willow-Prinzipien geführte Gemeinde wechseln – dort wird einfach mehr geboten (meint man).

Oder dass Christen, die Erfahrungen mit dem Heiligen Geist gemacht haben, eine evangelikale Gemeinde verlassen, um dann in eine charismatische oder Pfingstgemeinde zu wechseln oder eine neue zu gründen. Hier kann man von Transferwachstum reden. Untersuchungen in Europa ergeben, dass das Wachstum dieser Gemeinden sehr häufig aus wechselwilligen Christen besteht. Damit werden aber keine Verlorenen erreicht. Die Sehnsucht, andere Menschen für Jesus zu gewinnen, geht in traditionellen evangelikalen, aber auch in charismatischen Gemeinden schnell verloren. Die Liebe zu den Verlorenen wird dann durch die Liebe nur noch zu den Geschwistern ersetzt.

Gemeindegründung oder besser gesagt Gemeindepflanzung meint aber gerade, dass Gemeinden für die Verlorenen und nicht nur für die Gläubigen da sind. Wer soll denn Jesus und die durch seinen Tod mögliche Versöhnung mit Gott bekannt machen, wenn nicht seine Gemeinde, sein Leib. Jesus hat sich da festgelegt, wann fangen wir an zu handeln und nehmen unseren Auftrag wahr?

Warum eigentlich Gemeindepflanzung? Im Englischen wird Gemeindegründung immer Church Planting genannt. Dieser Begriff beschreibt hervorragend um was es geht. Es wird eine Gemeinde gepflanzt, diese hat dann Ableger, die auch wieder Ableger hervorbringen. Alles sind selbständige Pflanzen, die aber untereinander in Verbindung stehen. Wenn man sich Erdbeerpflanzen anschaut bekommt man davon eine gute Vorstellung.

Neue Gemeinden werden nicht der ersten hinzugefügt und diese dann zur Hauptgemeinde gemacht, sondern alle Pflanzungen sind selbständige Gemeinden. Eine Untersuchung vieler Gemeindegründungsbewegungen weltweit hat ergeben, dass sobald man die neuen Gemeinden einer Hauptgemeinde zuordnet, diese nur noch mit Organisation beschäftigt ist und der Fokus von den Verlorenen sehr schnell auf das Innenleben einer Gemeinde wechselt. Außerdem werden dann die neuen Pflanzungen von der Hauptgemeinde sowohl in finanzieller Hinsicht als auch in Leitungsstruktur abhängig. Das ist ungesund und sorgt ganz schnell für einen Flaschenhals. Die Gemeindegründungsbewegung verliert an Dynamik und kommt schließlich zum Erliegen.